Zur Neuerscheinung : «PERSEPHONEIA im Spiegel der Wandlung der Menschheit» von Junko Althaus

 

Die kleine Schrift von Junko Althaus greift einen Namen auf, mit dem der Schicksalsweg der menschlichen Seele ins Erdendasein aus göttlichem Ursprung bis heute verbunden blieb, Persephoneia oder Persephone, die göttliche Menschenseele, die später im Mittelalter als Göttin Natura erlebt wurde.

Noch in seiner letzten Lebenszeit zu Weihnachten 1924 verwies Rudolf Steiner in einem Leitsatz «Logos Mysterium», den er von seinem Krankenlager aus an die Mitglieder der Gesellschaft schrieb, auf das geistig Wesenhafte im Namen Persephone hin, in dem die Verbindung der menschlichen Seele zu ihrem göttlichen Ursprung erblickt wurde.

In der Schrift von Junko Althaus findet gerade dieser geistige Entwicklungsaspekt der menschlichen Seele, der sich mit dem Namen Persephoneia verbindet, zum Verstehen der Menschheits-Ereignisse in den Dreissiger- und Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts einen bewegenden und tiefgreifenden Ausdruck, indem eine Neufassung des griechischen Mythos der Persephoneia durch Ita Wegman ins Zentrum einer geisteswissenschaftlichen und zugleich zeitgeschichtlichen Betrachtung gestellt wird.

Ita Wegman hatte sich 1930 anlässlich einer Jugendtagung in Holland bereit erklärt ein Persephoneia-Spiel zu verfassen, welches dann von den Jugendlichen aufgeführt werden sollte. Ihr schwebte eine ganz auf unsre Zeit bezogene Neufassung vor, wie es ihr noch von Rudolf Steiner in seiner letzten Lebenszeit nachweislich ans Herz gelegt wurde. Indem nun Junko Althaus dieses mit Rudolf Steiner vertieft erarbeitete Thema und Anliegen Ita Wegmans aufgreift, gelingt es ihr, drei aufeinander bezogene Aspekte anthroposophischer Erkenntnisarbeit sichtbar zu machen.

Das beginnt bei Wegmans Mysterien-Spiel selber, das uns auf ein zeitgemässes Initiations- und Heilungsverständnis hinweist. Das Spiel wird uns dadurch zu einem Spiegel der Zeit, in welche wir im letzten Jahrhundert eingetreten sind, wo nach Rudolf Steiner die ätherische Wiederkunft Christi als wichtigstes Ereignis stattgefunden hat.

Durch den zeitgeschichtlichen Aspekt der Wiederkunft Christi im Ätherischen, der von der Autorin bezüglich der apokalyptischen Ereignissen ab den Dreissiger-Jahren des letzten Jahrhunderts in die Betrachtung einbezogen wurde, wird ein wichtiger Keim zu einem Christusverständnis gelegt, welches entweder als eine reale Kraft verstanden wird, die überall aufgegriffen oder auch in Unwissenheit übergangen werden kann.

Zusätzlich vermittelt die Schrift einen Einblick in die menschheitliche Aufgabe Ita Wegmans im Zusammenwirken mit Rudolf Steiner
, von der wir erst seit der äusserst verdienstvollen Arbeit von Emanuel Zeylmans über Ita Wegman Genaueres wissen. Das Werk Zeylmans, welches massgeblich die Grundlagen zur Ausarbeitung einzelner Themen lieferte, wurde deshalb von Junko Althaus entsprechend einbezogen.

Zu sagen ist, dass die drei genannten Aspekte im Buch nicht eigentlich scharf getrennt voneinander behandelt werden, sie sind vielmehr in- und miteinander verwoben, so dass manchmal mehr der eine, manchmal ein anderer von ihnen hervorgehoben erscheint. Man liest die Schrift dadurch mehr wie einen fortlaufenden Prozess immer wieder neu ineinander-wirkender Kräfte und Themen.

Christian Althaus